Was können Unternehmen für den Klimaschutz tun?

Was können Unternehmen für den Klimaschutz tun?

Das Thema Nachhaltigkeit hat unzählige Facetten - viele Herausforderungen können wir nur gemeinsam bewältigen. STIHL arbeitet deshalb mit Spezialisten von FutureCamp zusammen, die das Unternehmen in vielen Fragen zum Klimaschutz beraten. Im Gastbeitrag erklärt Geschäftsführerin Annette Gruß, warum Nachhaltigkeit nicht nur für die Kunden eines Unternehmens wichtig ist.

Am 13. Februar 2018 ereignete sich im europäischen Emissionshandel ein denkwürdiges Ereignis: Der Preis für den Ausstoß einer Tonne CO2, der jahrelang in der Bedeutungslosigkeit verharrt hatte, kletterte erstmals über die Marke von zehn Euro. Von da an setzte er zu einem Höhenflug an, der bis heute anhält. Heute kostet der Ausstoß einer Tonne CO2 über 30 Euro – ein Wert, der für Unternehmen massive Folgen hat.

Wer dem Klima schadet, schadet auch der eigenen Bilanz. Das motiviert zu Kostensenkungen, etwa durch die Identifikation von Effizienzpotenzialen oder Brennstoffwechseln. Allerdings galt der CO2-Preis bislang nur für Unternehmen, die zur Teilnahme am Emissionshandel verpflichtet sind, wie zum Beispiel Stromerzeuger oder Grundstoffindustrien. Im Januar 2021 wurde das sogenannte Carbon Pricing jedoch ausgeweitet. Ob es der Sprit für den Fuhrpark, die Beheizung des Werksgeländes oder die Gastherme zu Hause ist: Für fossile Brenn- und Treibstoffe wird nun ein jährlich steigender Betrag fällig. Neben der Erfüllung von Emissionsstandards und speziellen Maßnahmen in einzelnen Branchen – man denke an den Kohleausstieg – ist das Carbon Pricing die weitreichendste Verpflichtung für Unternehmen.

Doch der CO2-Preis allein wird es nicht richten. Ein weiterer wesentlicher Treiber für den Klimaschutz sind Anforderungen von Kunden: Der Wunsch nach klimaneutralen Produkten führt zum Umbruch ganzer Wirtschaftszweige – am Beispiel Autoindustrie lässt sich dies aktuell besonders gut beobachten. Die zentrale Frage für mich aber lautet nicht, was Unternehmen tun müssen, sondern was sie aktiv für den Klimaschutz tun können. Laut einer aktuellen Studie der Vereinten Nationen sehen inzwischen zwei Drittel aller Menschen den Klimawandel als Bedrohung an.

Für Unternehmen bedeutet dies, dass eine neue Form der Glaubwürdigkeit gefragt ist, gegenüber der eigenen Belegschaft und der eigenen Kundschaft. Das eigene Handeln darf nicht länger dazu beitragen, unsere Existenz zu bedrohen – es muss enkelfähig werden. Um Unternehmen konsequent schnellstmöglich auf Klimaneutralität auszurichten, müssen alle Prozesse auf den Prüfstand. Das Wissen der Mitarbeiter vor Ort ist dabei unentbehrlich, ihre Beteiligung birgt große Chancen. Das umfasst die Identifikation von Potenzialen für Effizienzsteigerungen im Werk ebenso wie Maßnahmen, die in unser Alltagsverhalten eingreifen, etwa durch emissionsfreie Arbeitswege oder ein klimafreundliches Menü der Kantine. Wenn wir diesen Herausforderungen offen und mit partizipativen Ansätzen begegnen, kann die Transformation von Unternehmen zu Klimaneutralität zur Chance nach außen, gerade aber auch nach innen werden.

Annette Gruß, Geschäftsführerin FutureCamp Climate GmbH

Über FutureCamp
FutureCamp bietet ihnen strategische und operative Unterstützung, kurzfristige Zusammenarbeit und langfristige Kooperation in Bereichen wie Klima- und Nachhaltigkeitsstrategie, CO2-Bilanzierung, CO2-Kompensation, Klimaneutralität, CSR-Reporting, CDP, Energie- und Umweltmanagement, Fördermittelanträge, EUEmissionshandel, Brennstoffemissionshandel (BEHG) und CO2-Markt. Das Kundenspektrum ist breit und international: Konzerne, regierungsnahe Behörden, Kommunen, mittelständische Unternehmen und öffentliche Bildungsträger.

Futurecamp Über FutureCamp

FutureCamp ist eine Unternehmensberatung mit Sitz in München. Seit 2001 beraten rund 30 erfahrene Experten die Kunden in den Kompetenzfeldern Klimaschutz, Nachhaltigkeit, Energieeffizienz, Umweltmanagement und Innovation.