Vom Abfall zum Bauteil: Wie Kunststoff bei STIHL im Kreislauf bleibt

Was passiert eigentlich mit Kunststoffresten, die bei der Produktion entstehen? Bei STIHL beginnt ihre Geschichte oft von vorn. 

Denn was auf den ersten Blick wie Abfall wirkt, ist in Wirklichkeit ein wertvoller Rohstoff. Gerade in der Kunststofffertigung zeigt sich, wie Kreislaufdenken bereits mitten in der Produktion beginnt und nicht erst am Ende eines Produktlebenszyklus. 

Recycling beginnt direkt an der Maschine

In der Spritzgussfertigung können sogenannte Angüsse entstehen, die notwendig sind, das Bauteile überhaupt hergestellt werden können – gehören aber am Ende nicht zum fertigen Produkt. 

Bei STIHL werden diese Kunststoffreste konsequent weitergedacht: Mehr als 95 Prozent der Angüsse werden sortenrein nach Farbe und Material sortiert. Ein Teil davon geht anschließend an externe Recyclingpartner, die das Material wiederaufbereiten. 

Ein anderer Teil bleibt jedoch im eigenen Kreislauf. Direkt an der Maschine werden die Angüsse in sogenannten Angussmühlen zu Mahlgut verarbeitet oder extern zu Regranulat aufbereitet – und anschließend erneut in der Produktion eingesetzt. 

Das Ergebnis: Jedes Jahr entstehen so über 60 Tonnen Mahlgut und mehr als 40 Tonnen Regranulat, die wiederverwendet werden können. 

Vom Reststoff zum Serienbauteil 
STIHL Kunstsofffertigung

Was mit Recycling gemeint ist, wird besonders anschaulich, wenn aus Reststoffen wieder konkrete Produkte entstehen. 

Einige Bauteile bestehen bereits heute vollständig aus wiederaufbereitetem Material. Dazu gehören zum Beispiel Filterkörbe oder Griffschalen für Trennschleifer, die zu 100 Prozent aus unserem Mahlgut gefertigt werden. 

Damit wird aus einem vermeintlichen Abfallprodukt ein vollwertiger Bestandteil hochwertiger Geräte – ohne zusätzliche Primärrohstoffe. 

Weniger Anguss, mehr Effizienz 

Gleichzeitig arbeitet STIHL daran, Kunststoffreste bereits bei der Entstehung zu reduzieren. Langfristig soll der gesamte Angussanteil in STIHL Bauteilen reduziert werden. Dies gelingt durch die Werkzeugherstellung ohne Anguss. Für alle bestehenden Angüsse gilt der langfristige Plan, Angussanteile in STIHL Bauteilen zu verwenden. Das Ziel: weniger Materialverlust, mehr Wiederverwertung – und damit ein effizienterer Einsatz von Ressourcen. 

Kreislaufwirtschaft beginnt im Detail

Das Beispiel aus der Kunststofffertigung zeigt, dass Kreislaufwirtschaft nicht erst beim Recycling fertiger Produkte beginnt. Sie entsteht bereits dort, wo Materialien verarbeitet werden. 

Jeder zurückgeführte Kunststoffanteil trägt dazu bei, den Einsatz von Primärkunststoffen zu reduzieren und wertvolle Rohstoffe zu schonen. 

Gerade im industriellen Maßstab machen solche Maßnahmen einen entscheidenden Unterschied.