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Auf Post-Its können Frauen bei STIHL in Brasilien unangemessene Kommentare festhalten.

„Diversität ist wie die Einladung zu einer Party, Inklusion wie die Aufforderung zum Tanz“ – unter diesem Leitmotto besteht bei STIHL Brasilien seit 2019 das Diversitätsprogramm „Programa Diversidade – STIHL para Todes“. Übersetzt bedeutet das so viel wie „STIHL für alle“. Die Präsenz und Teilhabe von Frauen, Menschen mit Behinderungen und Angehörigen der LGBTQIA+ Community unabhängig von Religion oder Ethnizität am Arbeitsplatz sei von größter Bedeutung und ein Anliegen im täglichen Leben von STIHL Brasilien.

VIELFALT LEBEN
Das brasilianische Diversitätsprogramm gliedert sich in vier Sparten, die jedoch Hand in Hand arbeiten und jeweils von verschiedenen Mitarbeitenden des Unternehmens geleitet werden: Geschlecht, Menschen mit Behinderung, ethnische Zugehörigkeit, LGBTQIA+. Zu Beginn des Programms nahmen rund 100 STIHLerinnen und STIHLer teil, mittlerweile sind es schon 200. Das Ziel des Programms unter der Leitung von HR Business Partner Andreia de Borba de Souza (BR/PHD-sb) ist, dem Thema Diversität in der Belegschaft mehr Sichtbarkeit zu verleihen und ein Umdenken anzustoßen. „Wir glauben, dass dies einen positiven Einfluss auf das Unternehmen hat – wir schaffen ein sicheres und offenes Umfeld, das dem Unternehmen eine bessere Wahrnehmung verschafft und sich auf die Talentgewinnung und den Innovationsgeist bei STIHL auswirkt”, sagt die 36-Jährige.

HR Business Partner Andreia de Borba de Souza

SCHOKOLADE ALS PROVOKATION
Seit 2019 gibt es immer wieder zum Programm gehörige Aktionen, mit denen auf die vier Gruppierungen aufmerksam gemacht werden soll. So wurde beispielsweise im November vor allem das Nachdenken über Themen im Zusammenhang mit der ethnischen Herkunft angeregt. In diesem Jahr wurde der Frauenmonat rund um den internationalen Frauentag am 8. März gefeiert. Alle weiblichen Angestellten erhielten eine Tafel Schokolade mit dem Spruch „Tinha que ser mulher“ was im übertragenen Sinne bedeutet: „Das kann ja nur eine Frau gewesen sein“. Den Hintergrund erklärt Andreia de Borba de Souza wie folgt: „Wir haben unsere Mitarbeiterinnen nach Sätzen gefragt, die sie sich aufgrund ihres Geschlechtes anhören mussten und stellten fest: immer wieder wird Frauen ihr Können abgesprochen oder ihr Frausein wurde besonders in negativem Kontext hervorgehoben.“

Der Spruch auf der Schokolade sollte eine Provokation darstellen und die Mitarbeiterinnen daran erinnern, dass jede Frau genau so intelligent und stark wie ein Mann sein kann. „Gleichzeitig haben wir Mitarbeiterinnen aus verschiedenen Bereichen dazu eingeladen, über ihr Frausein bei STIHL und ihren beruflichen Werdegang zu berichten“, berichtet die Leiterin des Diversitätsprogramms weiter.

Eliane Barbosa Fortes

STARKE BEISPIELE
„Ich bin Multifunktionsoperatorin in der Motorenfabrik“, sagt Lisandra Rech Faber (BR/UMO-re). Sie sieht sich als eine Referenz für Frauen in der Fabrik, die sich weiterentwickeln wollen. Eliane Barbosa Fortes (BR/ZFG-fe), Facharbeiterin in der Gießerei, hat ebenfalls an der Kampagne teilgenommen: „Ich freue mich über die Anerkennung meiner Arbeit, denn ich weiß um die Verantwortung meiner Entscheidungen und bin froh zu wissen, dass sie die besten für STIHL sind.“

WANDEL AKTIV GESTALTEN
Neben „STIHL für alle“ startete 2021 in Brasilien die so genannte Diversity School. Ein internes Projekt, bei dem Führungskräfte und Vorgesetzte in verschiedenen Bereichen der Diversität geschult und sensibilisiert werden sollen. Bisher haben rund zwei Drittel aller Führungskräfte an diesem Projekt teilgenommen. Einige seien anfangs skeptisch. Und genau da will Andreia de Borba de Souza ansetzen: „Damit wir ein diverses Unternehmen sein können, muss allen die Wichtigkeit und Relevanz von Diversität und Gleichberechtigung klar sein. Gerade Führungskräfte spielen eine wichtige Rolle im Wandel.“

Lisandra Rech Faber

Wer in der Diversity School war, erhält ein buntes Schlüsselband, an dem der Firmenausweis befestigt werden kann. „Alle tragen dieses Band mit viel Stolz tragen, das Feedback ist fast immer positiv und das Programm wird im gesamten Unternehmen akzeptiert“, freut sich die ambitionierte Personalerin.

Mittlerweile ist STIHL Brasilien Teil eines Netzwerkes verschiedener Firmen, die sich im Kampf für mehr Diversität zusammenschließen und voneinander lernen. „Es ist unerlässlich, dass Unternehmen auf der ganzen Welt weiterhin nach Wegen suchen, um die Vielfalt zu fördern und ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das alle Menschen in gleichem Maße wertschätzt, respektiert und es ihnen ermöglicht, sich voll zu entfalten“, fasst Andreia de Borba de Souza zusammen. So heißt es bei STIHL Brasilien: „Wir wollen Tag für Tag zum Tanz einladen.“

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